iCommerce – die neue Wirtschaft
In dem hier besprochenen Zusammenhang – dem Entwurf für eine Internet Zentralbank – wollen wir nur kurz auf die Definition der neuen Wirtschaft eingehen. Die detaillierte Beschreibung des iCommerce bleibt einem separaten Beitrag vorbehalten.
Definition und Abgrenzung
Die Ökonomie auf der Basis des Internet ist der iCommerce. Das neue Medium ist die Basis für die Wandlung des Paradigmas der Wirtschaft. Eine Erweiterung der Infrastruktur hat seit jeher andere Wirtschaftsprozesse auf höherem Niveau begünstigt. Die Infrastruktur der Kommunikation wird mit dem Internet neu gelegt. Dies begünstigt den Wandel des Paradigmas zu einer Wirtschaft mit neuen Produkten, neuen Kooperationsformen, neuen Regeln für Produkt- und Preisbildung, neuen Märkte und Wirtschaftsbeziehungen. Im Internet treffen bisher unbekannte Partner aufeinander und kommunizieren über interaktive und schnelle Datenleitungen. Auf dieser Basis entsteht eine Wirtschaft mit neuen Produkten und Leistungen. Das können digitale Waren oder Dienstleistungen sein. Dies sind aber auch Leistungen, die mit dem neuen Medien erst entstehen, wie zum Beispiel elektronische Vermittlungen, Bilder, Berichte, oder Dienste. Der Oberbegriff für die Wirtschaft im Internet ist
iCommerce
Eine Verwechslung mit dem eCommerce lockt uns auf einen falschen Entwicklungspfad. eCommerce bezeichnet den Electronic Commerce und damit eine elektronische Unterstützung des Handels, die es vor der Verbreitung des Internet bereits gab.
iCommerce ist nicht die Weiterentwicklung des eCommerce, sondern ein neues Geschäftsfeld auf der Basis des Internet. Insofern ist der iCommerce auch nicht eine Teilmenge des eCommerce, sondern eine neue Handelsform. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn für den iCommerce ist das traditionelle Regelwerk nur bedingt anwendbar.
Wir müssen viele Regeln überdenken, interpretieren oder neu schreiben. Marktteilnehmer sind einander fremd und bringen deshalb wenig Vertrauen in die neue Geschäftsbeziehung mit. Wir werden die Zahlungsströme mit dem iCommerce Gold abbilden, das nur in dem neuen Medium Gültigkeit hat. Neue Aufgabenfelder und Berufsbilder entstehen. Das Internet formt Verhaltensweisen bis hin zu Bildersprachen und verkürzten Kommunikationsregeln im email Verkehr.
Eine Akzeptanz und ein Verständnis der Mechanismen des neuen Wirtschaftszweiges iCommerce leitet die Teilnehmer auf den Erfolgspfad, mobilisiert die Marktkräfte und generiert die Gewinne für alle Beteiligten. Der iCommerce markiert den Weg über die Grenzen der traditionellen Wirtschaft hinaus in neue lukrative Geschäftsfelder in der Internetwirtschaft.
Internet als Medium des iCommerce
Die Kommunikation war bisher als Relation zwischen Sendern und Empfängern definiert. Mit der Kunst, der Schrift, der Erfindung des Buchdrucks, der Zeitungen, des Rundfunks, des Fernsehens hat der Mitteilende seine Position als Sender klar definiert. Viele Teilnehmer können gleichzeitig dieselbe Botschaft empfangen. Die Kommunikation wächst linear. Der Aufbau der Mitteilung erfordert nur einen einmaligen Aufwand, jeder neue Teilnehmer läßt die Verbreitung des Mediums mit seiner Präsenz linear steigen.
Noch vor 30 Jahren prophezeiten die Experten, dass Computer immer größer, leistungsfähiger und teurer werden. Dies ist in einer kleinen Marktnische auch geschehen, aber die wirkliche Computerrevolution hat Rechner hervorgebracht, die immer kleiner, leistungsfähiger und billiger werden. Die wahre Leistungsexplosion wird durch die Vernetzung erreicht. Mit einer ständig wachsenden Zahl von Personalcomputern, Netzwerkrechnern, kleinen Servern und Vermittlungsrechnern entstehen riesige, leistungsfähige Verbundnetze wie das Internet. Diese Architektur ist in der Natur seit langem als komplexe Organisationsform etabliert. Nicht nur das Gehirn ist solch ein leistungsfähiges Netzwerk, auch eine Ameisenkolonie stellt die konventionelle Vorstellung von Teilen und Ganzen in Frage. Die Zusammenfassung der verschiedenen Fähigkeiten und Funktionen bringt eine höhere Effizienz des Ganzen hervor. Eine Ameisenkolonie ist eine neue Ganzheit mit erheblich besseren Fähigkeiten als die Summe seiner Teile.
Internet – das Kommunikationsmedium
Medien sind die Triebfeder und das Ergebnis wirtschaftlicher Entwicklungen. Sie haben Potenziale eröffnet, indem sie die Produktivität sprunghaft steigerten. Der Buchdruck hat die Verständigung revolutioniert und eine neue Qualität angeboten. Schnellere und bessere Kommunikation wurde nicht dadurch erreicht, daß immer mehr Schreiber immer schneller schrieben, sondern mit einem einfachen Verfahren der Vervielfältigung von Schriften. In der Verständigung wurden immer größere Entfernungen nicht dadurch überbrückt, daß die Teilnehmer lauter gerufen haben, sondern nachdem mit dem Radio eine neue Technologie eingeführt wurde. Die Ausdauer und Geschwindigkeit von Pferden ist begrenzt, größere Entfernungen wurden mit der Eisenbahn und dem Automobil effizient überbrückt.
Die geringeren Kosten der Kommunikation (niedrige Entropie) führen zu einer Verbesserung der Produktionsmethoden. Der Unternehmer wird die gesteigerte Effizienz unmittelbar in einen Wettbewerbsvorteil übersetzen und am Markt seine Produkte zu niedrigeren Preisen anbieten. Die angebotenen Potenziale werden in der Industriegesellschaft ausgeschöpft und wirtschaftlich genutzt.
Der iCommerce, die Ökonomie auf der Basis des Internet, wird also eine Beschleunigung der wirtschaftlichen Prozesse, eine Erhöhung der Effizienz und neue Produkt hervorbringen, die heute noch undenkbar sind. Ist das Internet eine Medienrevolution und bietet es neue Potenziale? Ist die Evolution iCommerce die Basis für eine neue Entwicklungslinie der Wirtschaft? Zur Beantwortung dieser Fragen untersuchen wir die Kommunikationsform, die mit der Technologie Internet eine neue Qualität erreicht.
Der Buchdruck hat das Sehen und das Lesen auf eine neue Qualität gehoben, der Rundfunk das Senden und Hören, das Fernsehen ist eine Revolution für das Aussenden und Empfangen von hör- und sehbaren Informationen. Das Internet ist ein universales Medium zur Unterstützung der Kommunikation durch Sehen, Hören, Tun und Senden. Die einfache Form dieser Aktivität ist der Dialog, bei einer Übertragung über größere Entfernungen das Bildtelefon. Die Kommunikation ist bilateral.
NetzwerkBilder fehlen
Auf leistungsfähigen Übertragungsleitungen werden mehrere bekannte Partner zu einer Videokonferenz zusammen geschaltet.
In beiden Varianten ist die Verständigung zeitgleich. Die Teilnehmer müssen anwesend sein und reagieren sofort ohne einen Informationsspeicher, der eine zeitversetzte Antwort ermöglicht. Bei der Kommunikation bekannter Partner über ein Computernetz ist das anders. Informationen können gespeichert und zeitversetzt abgerufen werden. Die Kommunikation über ein solches Private Network erweitert die Flexibilität und gibt den Teilnehmern eine größere zeitliche Unabhängigkeit. In einem einfachen Beispiel nehmen wir je drei Partner, die in zwei Netzen arbeiten an.
Computernetze sind aber nicht miteinander zu größeren Gesamtheiten verbunden. Die Akteure sind einander bekannt. In solchen Netzwerken können sich neue Teilnehmer anmelden, womit die Möglichkeiten zur Kommunikation zunehmen. Gibt man die Voraussetzung auf, daß die Akteure miteinander bekannt sein sollen und schließt die Netzwerke zu einer großen Einheit von unbekannten Partnern zusammen, erhöht man die Anzahl der Verbindungen sprunghaft.
Aus den 2 mal 3 Verbindungen werden 15 anonyme Kontakte, die miteinander Sprache, Bild und Text austauschen und diese Information sowohl empfangen, als auch verarbeiten und senden können. Das ist das neue Potenzial des Internet und die neue Qualität der Kommunikation, ein neues Medium mit multilateralen Verarbeitungspunkten und geringer Entropie. Diese Plattform mit erheblich geringeren Kosten der Informationsbeschaffung und – verbreitung begründet Wirtschaftsprozesse einer neuen Qualität – iCommerce.
Der iCommerce steht heute noch am Beginn seiner Entwicklung, er wird technisch und wirtschaftlich einen bisher unbekannten Wachstumspfad einschlagen. iCommerce ist eine Evolution für die gesamte industrielle Gesellschaft, die nicht nur die nationalen Grenzen überschreitet, sondern alle Beschränkungen der alten Medien und Kommunikationsformen überwindet und ein neues Paradigma für die Wirtschaft definiert.
Internet gibt dem iCommerce eine Basis und eröffnet Potenziale einer neuen Qualität. Das Medium
- erlaubt zeitversetzte Kommunikation,
- verbindet Akteure mit eigener technischer Verarbeitungskapazität,
- begünstigt die Interaktion unbekannter Partner,
- reduziert die Kosten der Information (Entropie) drastisch.
Wir müssen für unsere Betätigung im iCommerce und die Aufstellung unserer ökonomischen Strategie diese Spezifikationen berücksichtigen. Erfolgreiche Unternehmen nutzen die Vorteile des Internet auf den Stufen ihrer Wirtschaftstätigkeit und setzen sie um in Produktion, Marketing, Vertrieb und Zahlungsprozessen. Je besser wir unsere Potenziale in den Wirtschaftsprozeß integrieren, desto größer ist der ökonomische Erfolg im iCommerce.